Prag im November. Von Nebel keine Spur.

Und im Dezember, sollte ich anfügen, aber das klingt nach Advent, und um den geht es nicht, sondern um das unglaubliche kulturelle Angebot, das viele verpassen, weil der November halt unpopulär ist.

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Das “Theater am Geländer” ist am Annaplatz/Náměstí u Svaté Anny”, i.e. Platz bei der Annakirche. Eines der wenigen wieder entdeckten zweisprachigen Strassenschilder. Foto GK

Da wäre zum 23. Male das Prager Theaterfestival deutscher Sprache von 18.11.-1.12. Da es viele nicht kennen: Da spielen keine lokalen Laiengruppen auf Deutsch, sondern es kommen das Volkstheater aus Wien, das Thalia Theater aus Hamburg und die Schaubühne Berlin, das Kollektiv Independent Little Lies aus Luxemburg, und dazu gesellen sich noch einige Lesungen oder z.B. Thomas Bernhard auf Tschechisch im Divadlo na zábradlí, dem Theater am Geländer. Das ist jenes Haus, in dem Václav Havel seine ersten Theatererfahrungen als Beleuchter sammelte. Rasch zugreifen, die Vorstellungen sind bald ausverkauft.

So etwas gibt es nur in Prag, und so etwas sollte sich ein/e wahre/r TheaterfreundIn nicht entgehen lassen. Dazu gibt es von ARCO Guesthouse ein Package (3 Nächte samt Stadtführung zum Thema “Theater in Prag” um €300 für 2 Personen im Doppelzimmer, allerdings natürlich nur, solange der Vorrat reicht, sprich freie Zimmer verfügbar sind. Die Führung gibts auch separat zu €150 einen ganzen Nachmittag lang.)

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Die František-Kupka-Ausstellung in der Waldstein-Reithalle. Die im Text erwähnte Ausstellung im Museum Kampa muss ich mir erst ansehen. Foto GK

Auch untertags gibt es in den Monaten, in denen der touristische Belagerungsring Verschnaufpausen gewährt, sehr attraktive Kulturangebote. Über die Kupka-Ausstellung in der Waldstein-Reithalle habe ich bereits im letzten Post berichtet. Dazu gibt es im Museum Kampa – eines meiner Lieblingsmuseen – neben der Kupka gewidmeten Dauerausstellung eine Sonderschau zu Kupkas Aktivitäten während des 1. Weltkriegs als Rekrut der französichen Fremdenlegion und seiner Entwürfe für Flagge und Uniformen der zu gründenden Tschechoslowakei. Im gleichen Museum erhält man bis Januar 2019 Einblick in Pablo Picassos Grafikzyklus aus den Jahren 1930 – 1937, und im grossen Haus des Nationalmuseums – dem Veletržní palác – wurde die Sektion “Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts” neu gestaltet und am 24. Oktober eröffnet. Das ist für mich eine der interessantesten Abteilungen, weil sie mit Vincenc Kramářs Picasso-Sammlung und den tschechischen Symbolisten, Kubisten und Surrealisten dieses Zeitraums die Ära des – auch künstlerischen – Aufstiegs Prags zu einer europäischen Metropole charakterisiert, dessen Hintergund die politische Achse Paris-Prag bildete. Diese stellte seit dem späten 19. Jahrhundert eine Opposition sowohl zur bereits existierenden französischen Republik wie auch zum habsburgischen Wien dar. Wenn Sie zu uns kommen, erzähle ich Ihnen über diese hochinteressante politische Konstellation und ihre Auswirkungen bis 1938.

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Das aufwändig renovierte historische Gebäude des Nationalmuseums (Es gibt noch eine Reihe weiterer Standorte) wurde am Nationalfeiertag, dem 28.10., mit einer hochinteressanten Ausstellung zur Gründung der Republik wieder eröffnet – allerdings stehen die Schlangen bis um die Ecke… Foto GK

Musik: Am 24.11. spielt Piotr Anderszewski im Rudolfinum Bach, Beethoven und Diabelli, am 27. 11. Grigorij Sokolov Beethoven und Schubert, und am 29.11. Miroslav Sekera Beethoven, Schubert, Debussy und Smetana, ebenfalls im Rudolfinum, und das alles im Rahmen des Rudolf-Firkušny-Pianofestivals. Es gibt natürlich sehr viel mehr Musik, aber ich will Sie hier nicht überladen.

Fragen jederzeit, Buchungen sowieso 😉 pension_arco@post.cz

www.arcoguesthouse.com

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